Für Vermieter ist es wichtig, einen Mieter zu finden, dem sie ihre Immobilie mit einem guten Gefühl überlassen können. Vertrauen spielt dabei eine große Rolle. Bei der Suche nach dem richtigen Mieter sollte deshalb eine gewisse Sorgfalt an den Tag gelegt werden. Denn: Der perfekte Mieter ist nicht nur solvent und bezahlt seine Miete pünktlich, sondern geht auch sorgsam mit der ihm anvertrauten Immobilie um. Nachfolgend findest du ein paar Tipps zur Mietersuche, um den für dich passenden Mieter zu finden. 

Wie unsere Interview-Reihe gezeigt hat, gibt es verschiedene Ansichten über den perfekten Mieter. Die meisten Vermieter suchen jedoch eine vertrauensvolle und solvente Person, der sie gerne ihr Eigentum anvertrauen. Dabei wird vor allem auf das verfügbare Einkommen des Interessenten geachtet. Allerdings sollte man sich nicht allein darauf beschränken und die Mietersuche vorausschauend planen – Schritt für Schritt. 

Die Suche nach einem Mieter vorbereiten 

Wie so oft ist auch bei der Mietersuche die Vorbereitung das A und O. Als erstes sollte ein Vermieter die richtige Miethöhe festlegen. Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Ist sie zu hoch, dann verschreckt das eventuell seriöse Anfragen. Aus der Wohnungsnot heraus melden sich so auch Mieter mit geringer Bonität, die sich die Miete so überhaupt nicht leisten können, aber keine andere Möglichkeit sehen. Auch ziehen exorbitante Beträge Mietnomaden an, die gar nicht vor haben zu zahlen – das monatliche Mieteinkommen kann man so vergessen. Selbst wenn man einen passenden Mieter findet, der solche Summen zahlen möchte: Dieser hat stets die Möglichkeit, sich nach dem Mietbetrag des Vorgängers zu erkundigen. Am besten recherchiert man zuerst einmal die Preise pro Quadratmeter in der entsprechenden Stadt und dem Bezirk der Immobilie. Das bietet gute Orientierungspunkte. Individuelle Anpassungen sind dann natürlich möglich, sollten sich allerdings nicht zu weit von den bestehenden Preisen entfernen. Ganz wichtig ist auch, die Mietpreisbremse zu beachten. 

Die Mietpreisbremse 

Bundesländer können seit dem 1. Juni 2015 eine Mietpreisbremse festlegen. Grundsätzlich besagt diese, dass die verlangte Miete bei einer neuen Vermietung maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Dies soll dem Schutz der Mieter dienen und die angespannten Wohnungsmärkte vor weiteren exorbitanten Mieten schützen. Sie gilt für fünf Jahre ab dem Zeitpunkt der Festlegung. Wie bei so vielen Bestimmungen gibt es aber auch hier Ausnahmen von der Regel, bei der die Miete diese 10 Prozent-Hürde übersteigen darf: 

  • Wenn die Miete des Vormieters vorher schon über diesen 10 Prozent lag, kann vom Nachmieter der gleiche Betrag verlang werden. 
  • Wenn die Wohnung ein Neubau ist. Das heißt, die erste Vermietung und Nutzung fand nach dem 1. Oktober 2014 statt. 
  • Wenn innerhalb der letzten drei Jahre vor Beginn des Mietverhältnisses modernisiert wurde. 
  • Wenn eine umfassende Modernisierung durchgeführt wurde, die die Immobilie mit einem Neubau gleichstellt. Für gewöhnlich müssen die Kosten für Modernisierung hier circa einem Drittel eines Neubaus entsprechen.  

Ein umsichtiger Vermieter beachtet die Mietpreisbremse und das generelle Preis-Leistungsverhältnis in seiner Stadt und seinem Bezirk, um den perfekten Mieter auf sich aufmerksam zu machen. Doch wie mit der Suche beginnen? 

Inserate, Gesuche und Vorauswahl 

Als Vermieter gibt es zwei Möglichkeiten, an einen potentiellen Mieter zu kommen. Zum einen kann er selbst seine Immobile inserieren und auf Interessenten hoffen. Das geht über Internet-Plattformen oder Zeitungs-Annoncen. Zum anderen kann der Vermieter auch auf suchende Mieter zurückgreifen, die normalerweise in den entsprechenden Tageszeitungen der Stadt veröffentlichen. Im Internet kann man ebenfalls Gesuche von Wohnungssuchende finden.   

Wer selbst inseriert, der bekommt zumeist auch bald zahlreiche Antworten von Interessenten. Hier gilt es zu sortieren, denn nicht jeder Bewerber ist für jede Immobilie geeignet. Ein Vermieter sollte darauf achten, dass der zukünftige Mieter auch zur entsprechenden Wohnung passt. Ein paar Studenten als Mieter passen weniger in eine Gegend, in der nur Rentner und Familien wohnen. Andersherum passen Familien mit kleinen Kindern eher schlecht in ein Studentenviertel mit vielen Bars und Kneipen. Ein Vermieter tut stets gut daran, für Frieden im Haus zu sorgen, auch wenn er selbst nicht dort wohnt. So spart er sich eventuelle Beschwerden von oder über seine Mieter und kann auch einem verfrühten Auszug seiner Mieter vorbeugen, der Mietverlust bedeuten kann. 

Doch auch die Nachrichten der Interessenten lassen schon Rückschlüsse auf die Person zu. Wer durch Rechtschreibfehler und eine unhöfliche Schreibweise auffällt, der wird sich auch im persönlichen Gespräch nicht besser verhalten. So jemanden möchte sicher niemand in seiner Wohnung haben. Andererseits sollte der Vermieter seine Ansprüche auch an die Immobilie anpassen, die er anbietet. Anspruch und Realität sollten sich bei der Vorauswahl immer die Waage halten. Im Zweifel fallen ungeeignete Miet-Interessenten im persönlichen Gespräch auf, das gleichzeitig bei der Besichtigung immer geführt werden sollte.  

Die Wohnungsbesichtigung 

Mietergespräch

Nachdem sich nun einige Miet-Interessenten auf Inserate in Immobilienportalen oder Zeitungen gemeldet haben oder der Vermieter sich sogar selbst auf Suchanzeigen gemeldet hat, geht es an die tatsächliche Auswahl des zukünftigen Mieters. Viele greifen hierfür – schon allein aus Zeitmangel – auf Massenbesichtigungen zurück. Das ist zwar effizient, was den Aufwand angeht, doch auch unpersönlich. Als Vermieter läuft man so Gefahr, einen Mieter zu geraten, der zwar über die finanziellen Mittel verfügt, mit dem man aber persönlich und menschlich überhaupt nichts anfangen kann. Auf lange Sicht ist das ein Garant für Probleme und Streitigkeiten. Deshalb ist es besser, auf Einzeltermine zu setzen, selbst wenn diese dicht getaktet sind. Ein persönlicher Eindruck vom Mieter, mit dem man eventuell viele Jahre lang zu tun haben wird, ist stets die bessere Wahl. 

Neben dem persönlichen Eindruck, der für den Vermieter mit etwas Menschenkenntnis unerlässlich ist, gibt es auch einige andere Hilfsmittel, um die Mietersuche etwas übersichtlicher und für den Mieter auch verbindlicher zu gestalten: die Mieterselbstauskunft, eine Bonitätsprüfung oder die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. 

Mieterselbstauskunft 

Zuerst gibt es hier die Selbstauskunft für Miet-Interessenten. Diese Auskunft auszufüllen ist natürlich nicht verpflichtend für die zukünftigen Mieter. Die meisten sind sich allerdings bewusst, dass ihre Chancen vermutlich gegen Null gehen, falls sie die Selbstauskunft nicht ausfüllen. Denn: Wer offener ist, bekommt auch eher eine Zusage. Hier kann der Vermieter Fragen zur finanziellen Situation des Kandidaten und zu seiner Person stellen. Diese müssen wahrheitsgemäß beantwortet werden, sofern der Miet-Interessent sich für eine Selbstauskunft entscheidet. Stellen sich diese als falsch heraus, kann das eine fristlose Kündigung nach sich ziehen. Bei privaten Fragen nach Hobbys, Religion oder Musikgeschmack gilt das allerdings nicht.  

Bonitätsauskunft 

Über die Bonität seines zukünftigen Mieters kann sich der Vermieter am besten mithilfe einer SCHUFA-Auskunft oder eine andere Auskunftei informieren. Der Vermieter kann den Miet-Kandidaten bitten, eine solche Auskunft einzureichen. Bei der SCHUFA und anderen Bonitätsprüfern kann der Mieter in bestimmten zeitlichen Rahmen alle Daten abfragen, die bei diesen über ihn gespeichert sind. Allerdings ist diese nicht für den Vermieter gedacht, da hier auch sensible Daten vermerkt sind, die nicht für die Augen des Vermieters bestimmt sind. Besser ist es, den Mieter eine kostenpflichtige Mieterselbstauskunft einholen zu lassen, die nur die für das Mietverhältnis relevanten Informationen enthält. Um den Mieter hier nicht zu überrumpeln, sollte der Vermieter diese schon vor dem Besichtigungstermin fordern. So hat er genug Zeit, dieser Bitte um Auskunft nachzukommen. 

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung 

Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung kann ein Mieter von seinem Vormieter beantragen. . Wie der etwas lange Name schon sagt, bescheinigt diese dem Mieter die Freiheit von Schulden, die noch vom vorherigen Mietverhältnis bestehen. Was viele aber nicht wissen ist, dass hier auch die Pünktlichkeit der Zahlungen vermerkt werden können. Das heißt: der zukünftige Mieter hat seine Miete bezahlt, schuldet dem Vormieter nichts mehr und war auch stets pünktlich – zumindest im besten Fall. Allerdings hat der Mieter kein Recht auf solch eine Bescheinigung. Wenn sich der vorherige Vermieter also nicht die Zeit nehmen möchte, seinem Mieter ein solches Schreiben auszustellen, sagt dies noch lange nichts über den Mieter aus. Eine Bescheinigung der Mietschuldenfreiheit sollte vom Vermieter also immer als positives Zeichen gesehen werden – nämlich ein gutes Verhältnis zu Vormieter zusätzlich zur finanziellen Zuverlässigkeit des Mieters. 

In die Mietersuche investieren lohnt sich 

Die Mietersuche ist kein leichtes Unterfangen. Zwar gibt es ein Überangebot an Wohnungsinteressenten, aber ein großes Angebot macht eben auch die Entscheidung erheblich schwerer. Deswegen sollte der Vermieter diesen Entscheidungsprozess planen und sich auch selbst im Klaren sein, was er von seinem zukünftigen Mieter erwartet: Will er einen Studenten, eine junge Familie oder einen ruhigen Rentner? Auch die Lage der Immobilie und die umliegenden Bewohner sollten hier mit einbezogen werden. Eine Vorauswahl nach diesen Kriterien lohnt sich schon beim Erstkontakt per Mail. Doch auch im Einzelgespräch bei der Wohnungsbesichtigung kann der Vermieter auf den Charakter des Miet-Interessenten achten.  

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