Eine neue Wohnung oder gar ein eigenes Heim ist für viele ein Traum. Auch Verkäufer oder Vermieter wittern den großen Gewinn mit ihrer Immobilie. Allerdings vergessen einige hier, dass man (ohne Connections oder Kauf- bzw. Verkaufswillige im Bekanntenkreis) meist nicht um einen Makler herumkommt. Zumindest war das bis jetzt der Fall. Dieser verlangt natürlich eine Provision. Lest selbst über Fakten und Fallen bei der Maklerprovision und lasst Euch nicht übers Ohr hauen!

 

Wann ist eine Provision fällig?

Allgemein ist bekannt, dass ein Makler für gewöhnlich eine satte Provision bekommt. Doch wann genau ist das eigentlich so? Natürlich nicht immer, sondern nur unter bestimmten Voraussetzungen. Die Provision, manchmal auch Courtage genannt, fällt stets an, wenn ein Makler beim Verkauf der Immobilie involviert war und folgende Kriterien erfüllt:

  • Ein wirksamer Maklervertrag wurde geschlossen (schriftlich UND (!) mündlich möglich)
  • Erbringung der Maklertätigkeit, die in einen Kauf- oder Mietvertrag mündete
  • Diese Tätigkeit muss dafür ursächlich gewesen sein
  • Der Vertrag darf nicht durch einen Mangel unwirksam werden

Dies muss alles erfüllt sein, bevor der Makler seine Provision verdient hat, zumindest von rechtlicher Seite aus gesehen. Die genaue Höhe wird im Einzelfall festgelegt. Ein seriöser Makler wird sich jedoch an die ortsüblichen Sätze halten.

 

Makler schließen Verträge, aber nicht nur mit dem Verkäufer!

Ein wichtiger und recht unbekannter Punkt ist hier, dass ein Makler nicht nur mit dem Vermieter bzw. Verkäufer Verträge schließt. Diese kommen auch zwischen Miet- oder Kaufinteressenten zustande, beispielsweise bei Verabredungen zu Besichtigungen. Diese Verträge bilden dann die Grundlage für den jeweiligen Provisionsanspruch. Deshalb ist hier (wie auch in allen anderen Lebenslagen) zu beachten, dass Verträge stets auch mündlich geschlossen werden können. Schriftlichkeit ist kein Muss beim Schließen eines Vertrags!

 

Wer zahlt die Provision?

Allerdings stellt sich hier auch immer wieder die Frage: Wer zahlt die Provision? Mieter? Vermieter? Beide? Dies bedarf einer längeren Antwort. Seit 2015 wurde von der Regierung das sogenannte Bestellerprinzip eingeführt. Dies heißt im Grunde, wer den Auftrag erteilt, der zahlt auch. Es ist jedoch sowohl für Interessent als auch für Anbieter noch immer möglich, einen Makler zu beauftragen. In der Praxis werden Makler aber zumeist von Vermietern bzw. Verkäufern beauftragt. Deswegen versuchen Makler oftmals doch noch beim Mieter bzw. Käufer abzukassieren.

 

Tricks der Makler

So mancher Makler zeigt sich aufgrund des Bestellprinzips nun erfinderisch, was seine Gebühren angeht. Hier erheben sie „Vertragsausfertigungsgebühren“ von teils mehreren hundert Euro. Andere blieben einfach bei der Praxis, dieses vom Mieter bzw. Käufer zu verlangen. Sie hoffen darauf, dass er nicht gut genug über das noch relativ neue Bestellprinzip informiert ist. Eine andere Falle der Makler ist passiver Druck, indem sie den Interessenten vermitteln, dass nur jemand die Wohnung bekommt, der auch zahlt. So werden im Nachhinein dann Suchanfragen ausgefüllt, um den Mieter zum Auftraggeber zu machen. Das Bestellerprinzip greift dann für ihn. Hier wird dann zusätzlich zu der normalen Selbstauskunft noch ein Formular zur „Vorab-Beauftragung“ verteilt. Es heißt also: Aufgepasst auf die Tricks der Makler.

 

Habt Ihr schon Erfahrung mit den Fallen der Makler gemacht? Oder eine überteuerte Provision gezahlt? Teilt uns Eure Erfahrungen mit und werdet Teil der RESELY-Community!

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