Die Anzahl der Sozialwohnungen ist in Deutschland seit Jahren rückläufig. Trotz steigender Mietpreise und immer mehr Menschen, die sich eine eigene Wohnung mit ihrem Einkommen kaum mehr leisten können. 1990 waren es noch knapp 3 Millionen Sozialwohnungen. Mittlerweile sind es nur noch rund 1 Millionen. Tendenz sinkend. Wenn die Mieten immer weiter steigen, die Einkommen aber nicht im gleichen Maße mitziehen, wird die Wohnungssuche für viele zum Problem. Die soziale Wohnraumförderung soll helfen.

Rund 16 % der Deutschen leben an bzw. unterhalb der Armutsgrenze. Das sind knapp 13 Millionen Menschen, die dringend Unterstützung bei der Wohnungssuche benötigen sowie erschwinglichen Wohnraum. Eigentlich sollte die soziale Wohnraumförderung sozial Benachteiligten unter die Arme greifen und günstigen Wohnraum ermöglichen. Arbeitslose, Rentner und Alleinerziehende sollten primär von der sozialen Wohnraumförderung profitieren. 

Mittlerweile hat die Fördergrenze aber auch schon die Mittelschicht erreicht, die mit den aktuellen Mietpreisen ebenfalls zu kämpfen hat. Um den Bedarf zu decken müssten rund 80.000 neue Sozialwohnungen pro Jahr gebaut werden. In der Realität sind es gerade einmal knapp 27.000. Bis 2020 soll sogar jedes Jahr bei durchschnittlich 37.000 Sozialwohnungen die Mietpreisbindung auslaufen.

Die Mietpreisbindung bei Sozialwohnungen kann zwischen 10 und 40 Jahren liegen. Danach darf die Miete innerhalb von 3 Jahren um maximal 20 % erhöht werden. 

Wohnraumförderung für sozial benachteiligte

Sozialwohnung – Was ist das?

Investoren bekommen Förderungen oder Vergünstigungen vom Staat, wenn sie Sozialwohnungen bauen. Sozialwohnungen sind Wohnungen, die eine besonders günstige Miete haben. Wenn der Investor die Förderung erhält, verpflichtet er sich, die Sozialwohnung 10 bis 40 Jahre zu einer vorab bestimmten Miete zu vermieten, die deutlich günstiger ist, als es der Mietspiegel vorsieht. Nach dem Ablauf der Frist kann er die Wohnungen dann zu den ortsüblichen Mietpreisen vermieten. 

Seit 2006 ist die Wohnraumförderung Ländersache. Die bayrische Landesregierung z.B. plant für 2019/2020 1,7 Milliarden Euro für die Wohnraumförderung ein. 70.000 neue Wohnungen pro Jahr sollen entstehen.

Sozialer Wohnungsbau: Wer wird gefördert

Eine Wohnraumförderung bekommen Menschen, deren Einkommen unterhalb einer bestimmten Grenze liegt. Diese ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Bayern liegt diese z.B. für eine 4-köpfige Familie bei 88.500 € Jahresbruttoeinkommen. Das bedeutet, dass nicht nur der sozial schwache Teil der Bevölkerung davon profitiert, sondern auch die untere Mittelschicht.

Eigenheimförderung vom Staat beantragen

Junge Familien mit mittlerem Einkommen haben hierbei die besten Chancen auf Zuschüsse und zinsverbilligte Darlehen. Hauptkriterium ist dabei das Jahresbruttoeinkommen abzüglich aller Pauschalbeträge wie etwa Krankenkassenbeiträge, Steuern oder Kinderbetreuungskosten. Von Bundesland zu Bundesland variiert jedoch die Einkommensgrenze, bis zu der eine Eigenheimförderung möglich ist. Einen ersten Überblick bieten die Förderlotsen der jeweils zuständigen Landesbanken. 

Wohnraumförderung und sozialer Wohnungsbau

Die soziale Wohnraumförderung hat nur bedingt etwas mit dem einstigen sozialen Wohnungsbau gemeinsam. Zwar sollen einkommensschwache Haushalte im Beriech Wohnraum unterstützt werden, das heißt jedoch nicht, dass der Großteil der Fördergelder in die Erbauung von Sozialwohnungen fließt. Vielmehr werden Familien der unteren Mittelschicht durch eine Darlehensförderung unterstützt, damit sie sich ein Eigenheim finanzieren können. 

Förderung von Wohnraum

Proteste gegen den soziale Wohnungsbau

Obwohl München dringend neue Sozialwohnungen benötigt, haben es die städtischen Wohnungsbaugesellschaften schwer, die Anwohner der Grundstücke für Sozialwohnungen vom Bau zu überzeugen. In den letzten Jahren kam es leider gehäuft zu örtlichen Protesten gegen soziale Wohnungsbauprojekte. 2017 wurde zum Beispiel der Bau von Sozialwohnungen im wohlhabenden Randbezirk Trudering verhindert. Die Anwohner hatten starke Vorbehalte gegen die Mieter von Sozialwohnungen und wünschten diese nicht in ihrer Nachbarschaft. In Allach und im Stadtteil Moosach gab es ähnliche Vorfälle. Dort sollten Sozialwohnungen für Einheimische aber auch anerkannte Flüchtlinge entstehen. 

Dieses Phänomen der Vorbehalte und Ablehnung gegen den Bau von Sozialwohnungen gibt es aber nicht nur in München oder Bayern, sondern in ganz Deutschland. Die Angst vor Fremden und vor der Beeinträchtigung der Sicherheit sowie der allgemeinen Lebensqualität sind die häufigsten Gründe für die Ablehnung. 

Als 2016 im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg neue Sozialwohnungen geplant wurden, gab es ebenfalls Proteste: Es seien zu viele und der Charakter des Viertels würde darunter leiden. 

Zusammengefasst lässt sich sagen: Sozialer Wohnungsbau ja, aber bitte nicht vor meiner Haustüre. Vor allem in gehobeneren Wohngegenden sind Bürgerbegehren gegen geplante Sozialwohnungen keine Seltenheit. Aus Angst davor, dass die Gegenden zu „sozialen Brennpunkten“ werden und viele Anwohner ihre grünen Wiesen oder Parks nicht verlieren wollen, spitzt sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt weiterhin zu.

 

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Quellen:

https://www.haufe.de/immobilien/wirtschaft-politik/wohnraumfoerderung-bayern-plant-17-milliarden-euro-ein_84342_486582.html

https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/immobilien-viele-berechtigte-wenig-wohnraum-in-deutschland-stockt-der-soziale-wohnungsbau/23726366.html?ticket=ST-288874-mAnio7zPYs1kuD2hKFaK-ap3

https://www.br.de/nachrichten/bayern/faktenfuchs-wie-steht-bayern-beim-sozialen-wohnungsbau-da,R4rXPDn

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/sozialwohnungen-anwohner-stoppen-viele-neue-bauprojekte-a-1222616.html

https://www.welt.de/wirtschaft/article180555914/Zahl-der-Sozialwohnungen-geht-weiter-zurueck.html

https://bayernlabo.de/fileadmin/dwn/bayernlabo_erhoehung_einkommensgrenze.pdf

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